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    Die Jahreshauptversammlung der FECOF 2018 in Katalonien

    Traditionell im Herbst jeden Jahres finden sich die europäischen kommunalen Waldbesitzer zu ihrer Jahreshauptversammlung zusammen, um im gemeinsamen Austausch die wesentlichen Ziele und Handlungsfelder ihrer gemeinsamen Forstpolitik abzustecken. Vom 25. bis 26. Oktober 2018 hatte hierzu der katalonische Verband der kommunalen Waldbesitzer (ELFOCAT) eingeladen.

    2018 war für die europäischen Waldbesitzenden ein Krisenjahr. Zerstörerische Stürme, die langanhaltende Trockenheit, enorme Insektenkalamitäten und Brandkatastrophen gefährden den Wald in einem bisher kaum dagewesenen Ausmaß von der iberischen Halbinsel bis an das Schwarze Meer. Daher stand die diesjährige Versammlung ganz im Zeichen der gesamtgesellschaftlichen Leistungen, welche die Forstwirtschaft für die Bevölkerung in Europa erbringt und behandelte im Schwerpunkt die Frage, welche Handlungsstrategien zur Risikominimierung und Anpassung der Wälder an den Klimawandel zum Erhalt dieser Leistungen verfolgt werden müssen.

    © FECOFSchon früh am Morgen des Versammlungstages startete eine gemeinsame Exkursion der Teilnehmenden in den Kommunalwald der katalonischen Pyrenäen. Zunächst wurde ein aus europäischen Mitteln kofinanziertes Arboretum vorgestellt. Nachdem ein Feuer eine große Waldfläche zerstört hatte, beschlossen die kommunalen Waldbesitzer, dieses Projekt zu Bildungs-, Erholungs- und Forschungszwecken umzusetzen. Im weiteren Verlauf der Exkursion wurde klar, dass zwei wesentliche Ziele die Forstwirtschaft in der Region bestimmen: Zum einen werden in den vorherrschenden Kiefernwäldern intensiv Maßnahmen zur Waldbrandvorbeugung getroffen, zum anderen soll durch die Art der Waldbewirtschaftung der hohen Tourismusbedeutung der Region Rechnung getragen werden. Darüber hinaus ist der Wald Rohstoffquelle sowohl für die stoffliche als auch energetische Verwendung und wird von der lokalen Bevölkerung zur Viehhaltung sowie zur Jagd genutzt.

    © FECOFAm Nachmittag fand dann die eigentliche Hauptversammlung der FECOF in der Stadt Puigcerdà statt. Der Präsident, Herr Pierre Grandadam aus Frankreich begrüßte die Teilnehmenden und sprach den Gastgebern seinen Dank für die Organisation der Veranstaltung aus. Er bedanke sich zudem herzlich bei Herrn Franz Schrewe, ehemaliger Präsident der FECOF und langjähriger Vize-Präsident für die stets gute und kooperative Zusammenarbeit. Bereits Anfang des Jahres hat Herr Schrewe sein Amt bei der FECOF an den Bürgermeister der Stadt Brilon, Herrn Dr. Christof Bartsch übergeben. Eine weitere personelle Veränderung war auch im Bereich der Geschäftsführung bekanntzugeben. Herr Maximilian Hauck wird für die kommenden drei Jahre die Arbeit von Herrn Alexander Wendlandt als technischer Berater der FECOF beim Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz fortsetzen. Herr Wendlandt berichtete darauffolgend damit zum letzten Mal von den aktuellen forstpolitischen Aktivitäten in Brüssel. Er machte deutlich, dass in den kommenden © FECOFJahren viele richtungsweisende Entscheidungen für die Waldbesitzenden auf europäischer Ebene getroffen werden. Ein starkes Engagement der Waldbesitzerverbände sei wichtig, damit die Interessen der Forstwirtschaft auch in Zukunft Beachtung finden. Zudem wies er auf eine jüngst von der FECOF in Auftrag gegebene Studie zur Bedeutung und dem Potential des Kommunalwaldes in Europa hin, welche von der Universität Göttingen bis Ende 2019 durchgeführt wird. Die Ergebnisse sollen dazu dienen, das bislang in der EU nur unzureichend ausgeprägte Bewusstsein für die Besonderheiten und Bedürfnisse des Kommunalwalds zu schärfen. Die versammelten Mitglieder der FECOF waren sich einig, dass auch im Kommunalwald die vielfältigen Wohlfahrtswirkungen der Forstwirtschaft aufgrund der zunehmenden Belastungen nur mit aktiver politischer Unterstützung nachhaltig erhalten werden können. Hierfür möchte die FECOF sich in Zukunft verstärkt einsetzen.

    © FECOFAm nachfolgenden Tag besuchten die Teilnehmer das Besucherzentrum des Parc Natural del Cadi-Moixeró. Das 41.060 ha großes Schutzgebiet beherbergt eine hohe Artenvielfalt, bedingt durch das Zusammentreffen unterschiedlicher Klimaausprägungen, Höhenstufen und einer diversen Geologie. Die Forstwirtschaft in den Wäldern der betroffenen 17 Kommunen orientiert sich streng an den Vorgaben von Natura 2000 und trägt zum Erhalt dieser einzigartigen Landschaft in besonderem Maße bei. Der Abschluss der Jahreshauptversammlung fand darauffolgend in Barcelona statt. Hier besuchten die Vertreter der FECOF eine Außenstelle des European Forest Institute (EFI) und informierten sich über die Arbeit der Wissenschaftler vor Ort. Eingeladen hatte ebenso die Abteilung für Landwirtschaft, Nutztiere, Fischerei und Ernährung des Generalitat de Catalunya. Im gegenseitigen Dialog wurden insbesondere auf die Probleme und Handlungsfelder im Bereich der mediterranen Forstwirtschaft eingegangen, was die Jahreshauptversammlung 2018 der FECOF gewinnbringend abrundete.

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